Mentoring

Damit dein Glaube praktisch wird

WAS STECKT HINTER MENTORING?

Mentoring ist Wissen, das man anzapft, ist eine Schulter zum Anlehnen und ein Tritt in den Hintern. – Richard Tyre

Unter dem Begriff Mentoring wird meistens eine Beziehung zwischen zwei Menschen verstanden, einem Mentor(eine erfahrenere, teilweise ältere Person) und einem Mentee (eine weniger erfahrene Person). Ziel dieser Beziehung ist ein Entwicklungsprozess des Mentees. Mentoring wird mittlerweile an vielen Stellen eingesetzt, z.B. in der Uni oder in einigen Firmen um den Einstieg zu erleichtern und das über langjährige Erfahrung erworbene Wissen weiterzugeben. Im christlichen Mentoring geht es vor allem um die Frage: Was lässt mich im Glauben und in meiner Persönlichkeit wachsen und wie kann ich diese Wachstumsprozesse fördern?

Barbara Hurst, die Leiterin des Missions Discipleship Training (www.mdt-om.de), definiert daher: „Mentoring ist eine Eins-zu-Eins-Beziehung, in der eine erfahrenere Person einer weniger erfahreneren ihren Wissens- und Erfahrungsschatz zur Verfügung stellt, sie in ihrer Persönlichkeit und ihrer Glaubensentwicklung fördert und dabei mit der verändernden Kraft des Heiligen Geistes rechnet.“

Dabei kann Mentoring sehr unterschiedlich aussehen:

BEWUSST – UNBEWUSST

Nicht alle Mentoringprozesse sind offiziell vereinbart. Auch wenn wir es nicht bewusst wahrnehmen: Jeder wird unbewusst von den Personen, denen wir in unserem Leben begegnen oder deren Bücher wir lesen, geprägt!

GELEGENTLICH – REGELMÄSSIG

Du kannst dich hin und wieder mit deinem Mentor treffen oder in einem regelmäßigen Turnus (jeden Monat, jede Woche, alle drei Monate,…)

IN DER KLEINGRUPPE – EINS-ZU-EINS

Nicht immer gibt es genügend Mentoren und nicht für jeden ist eine Eins-zu-Eins-Beziehung das Richtige, in solchen Fällen ist Mentoring in der Kleingruppe eine super Option.

VIER GRÜNDE, WARUM MENTORING FÜR DEINE JUGENDGRUPPE UND GEMEINDE WICHTIG IST

#1 MENTORING IST BIBLISCH

Stell dir vor…

… dein geistliches Vorbild nimmt dich drei Jahre mit und du kannst von dieser Person rund um die Uhr, also insgesamt 3 x 365 Tage lernen.

… du bist dabei, wenn es gerade gut läuft, aber auch dann, wenn es richtig schwierig wird.

Und das Beste: Du darfst Schritt für Schritt eigene Aufgaben übernehmen, mithelfen und bekommst Tipps und Ratschläge. Das wäre dann eine sehr intensive Form des Mentorings.

Vielleicht hast du schon gemerkt, dass es dazu eine Parallele in der Bibel gibt: Jesus selbst fördert ganz besonders einen kleineren Kreis, die Jünger: Er verbringt persönlich viel Zeit mit ihnen und erklärt ihnen die Hintergründe. Dabei fordert er sie heraus, Schritte im Glauben zu gehen, z. B. hinaus aufs Wasser (vgl. Matthäus 14,22-32). Schritt für Schritt bereitet er sie durch gezielte Aufgaben auf ihre späteren Herausforderungen vor (vgl. Lukas 9,1-6). Und hast du dich mal gefragt, was aus Paulus geworden wäre ohne seinen Mentor Barnabas (vgl. Apostelgeschichte 9,26ff. und Apostelgeschichte 11,24ff.)? Paulus seinerseits fördert mit Timotheus die nächste Mitarbeitergeneration und unterstützt ihn bei seinen Aufgaben.

#2 MENTORING VERBINDET GLAUBE UND ALLTAG

Ich hatte zwar selbst kein 1:1-Mentoring, aber unser Jugendleiter hat sich sehr viel Zeit genommen für uns und wir haben uns über Jahre jeden zweiten Samstagvormittag als kleine Gruppe zum TiC Kurs (Training im Christentum, Jean Gibson) getroffen. Das waren die Zeiten, in denen ich sehr viel gelernt habe! Von dieser Zeit profitiere ich heute immer noch!Mentor sein bedeutet für mich, eine Person einfach an meinem Leben teilhaben zu lassen und eben Glauben im Alltag vorleben. Aber es geht immer in beide Richtungen, ich kann genauso auch von der anderen Person sehr viel lernen! – Doro

Das Spannende: Beide, Mentee und Mentor, gehen eine Vertrauensbeziehung ein und lassen den jeweils anderen an ihrem Leben teilhaben. Mentoring hilft, das Wissen und den Glauben in den alltäglichen Beziehungen praktisch werden zu lassen.

#3 MENTORING PRÄGT LANGFRISTIG

Durch Mentorin bleibt der Glaube nicht nur im Kopf und das hat Langzeitwirkung: Oben schreibt Doro, dass sie heute immer noch von den Kursen profitiert. So ist es auch bei Simon:

Biblische Jüngerschaft hat für mich das Ziel, das Leben des Gläubigen in das Bild Christi umzugestalten und ihn darin zu ehren. Durch die regelmäßigen Treffen ist bei mir nach einiger Zeit eine tiefe Vertrauensbeziehung entstanden: Ich habe Einblicke in das Leben meines Mentors erhalten und konnte viel von ihm lernen. Meine Prioritäten wurden dadurch in vieler Hinsicht auf Gott ausgerichtet, was sich in vielen späteren Entscheidungen niedergeschlagen hat. – Simon

Insofern: Durch Mentoring werden langfristig positive geistliche Wachstumsprozesse angeregt!

#4 JUGENDLICHE SEHNEN SICH NACH INTENSIVEN BEZIEHUNGEN

Wir haben auf Freizeiten bei den Mädels nachgefragt und die meisten wünschen sich in Bezug auch ihr Glaubenswachstum Unterstützung durch „weibliche Vorbilder“ oder einen „Gesprächspartner, der schon älter ist und mehr Erfahrung in manchen Themen hat als ich und dem ich mich dann mit persönlichen Dingen anvertrauen kann“. Häufig wurde auch direkt der Wunsch nach einem Mentor geäußert.

Was würde passieren, wenn in deiner Gemeinde oder Jugendgruppe geistliches Wachstum durch Mentoring gelebt wird? Was würde passieren wenn du als Mentee gefördert wirst und deine Erfahrungsschätze als Mentor an die nächste Generation weitergibst?

 

Quelle: www.cj-lernen.de. Herzlichen Dank für die Genehmigung zum Abdruck